Dienstag, Februar 28, 2012

Mission I: Erfolgreich beendet.


... und wieder muessen wir die Arbeit unterbrechen, weil es für mind. 1 Stunde heftigst geregnet hat ...
Die stuermischen und regnerischen Tage des Januars haben sich gelegt. Ich bin mit meinem kleinen gruenen Zelt umgezogen: Von der Baustelle – bisher habe ich in einem der halbfertigen Schulgebaeude gezeltet – raus in die Natur. Ein kleiner Baum in der Grassteppe spendet mir angenehmen Schatten und des Morgens kuesst mich die Sonne um 6a.m. wach.

Mitten in der Natur zu zelten, ist doch angenehmer als
im Zelt im Schulgebäude ;)
Mittlerweile brauche ich keine Uhr mehr: Wenn der Hahn das zweite Mal kraeht, kann ich mich langsam fuers Fruehstueck fertigmachen, wenn abends die Zirkaden aufdrehen, ists exakt 6.45 p.m. Wenn ich nach dem Abendessen ins Zelt krieche und nicht das unheimliche Geraeusch – ein eigenartiges Schnueffeln, das angeblich von einem Vogel stammt, ganz nahe um mein Zelt herum - hoere, weiss ich, dass es vor 9 p.m. sein muss.
Was das Zeitgefuehl angeht, hat sich allerdings noch ein anderes Gefuehl breitgemacht: Erst zaehlte ich die Tage, sie zogen sich zaeh und die Situation, Reis & Bohnen & Zelt & Bucketshower etc. war unvorstellbar fuer einen Zeitraum von 10 Wochen. Doch nun habe ich das Gefuehl, der Februar, verrinnt nun genauso schnell wie zuhaus. Ich schliesse daraus, dass es ein gutes Zeichen ist.

Wenn ich gefragt werde, ob ich mein Zuhause vermisse, faellt es mir wirklich schwer, eine plausible Antwort zu finden. Gut, kaltes Bier. Aber Lemongrastee schmeckt auch nicht so schlecht ;)
Ich schliesse daraus, dass ich tatsaechlich von einem "gluecklichen Leben auf der Baustelle"  sprechen kann. Ich bin wirklich stolz und erstaunt zugleich, wenn ich festelle, wie wenig man zum gluecklich sein braucht.



Zu Besuch bei unseren Lemur-Freunden
Nachtwanderung: Grüne Baum-Boa
Verhaltenforschung: Braun-Lemur-Männchen
Fuer 5 Tage haben wir unsere Azafady-Kollegen im Nachbardorf Sainte Luce besucht.
In einem kleinen Restbestand von urspruenglichem Dschungel erforschen sie das Verhalten von Lemuren und erfassen den Bestand und die Artenvielfalt von Amphibien und Reptilien.
Urspruenglich wollte ich 2 Wochen an diesem Programm teilnehmen. Doch erstaunlicherweise reichten die wenigen Tage, um zuerkennen, dass ich KEIN Dschungelkind bin. Auch wenn das Dorf, die traumhaften Straende und vorallem der Zeltplatz in Sainte Luce wirklich wunderschoen sind, so dass ich am liebsten dort bleiben wuerde, statt zur Baustelle zurueckzukehren, habe ich es gehasst, dem Lemur je 1x tags, 1x nachts durchs Dickicht zufolgen, ungeachtet aller Spinnenweben, Lianen etc. Gluecklicherweise hatte ich am Ende nicht eine Spinnenweben im Haar. 
Kleine Jam Session am Abend



















Time to say Goodbye
Wenige Tage nachdem wir wieder zurueck in unserem Dorf sind, verlaesst uns die erste Volontaerin leider schon. Anfangs habe ich sie beneidet, dass sie das Basicleben schon frueher beenden darf, doch nun sind wir bloss traurig um die Person, die uns verlaesst. Und freuen uns nun um so mehr, dass uns noch soviel Zeit bleibt, um die Arbeit und das Miteinander zugeniessen .

Die letzten Tage auf der Baustelle haben wir mit dem Finetunning verbracht.
Die Raeume bekamen einen letzten Anstrich, der Schulhof musste von rostigen Naegeln und sonstigem Baumaterial gereinigt werden. Die Tafeln wurden mit schwarzer Farbe auf lehrreiche Tage vorbereitet. Aber unser ganzer Stolz gilt dem Bild an der Fassade eines der 4 Gebaeude. Es zeigt in einer schematischen Darstellung, wie wichtig der Erhalt des Waldes ist (Fotos folgen, wenn ich wieder zuhaus bin).


Eines der 4 Schulgebäude bei Ankunft und Projektstart im Januar

Unser Stolz nach 10 Wochen vollem Einsatz. Finales Gruppenfoto
All unser Einsatz – und natuerlich der von weiteren ca 80 Volontaeren im vergangenen Jahr – wurde vorgestern gebuehrend gefeiert. Etwa 300-500 Leute aus dem Dorf kamen, um die Schuluebergabe mit uns zu feiern. 
Eine bunte Taenzergruppe sorgte fuer ordentlich Stimmung am Nachmittag. Heftiger Regen am Abend war keine Entschuldigung, nicht weiter zu tanzen ... ganz im Gegenteil. Musik droehnte von nachmittags, bin in die fruehen Morgenstunden aus 6 gigantischen Lautsprechern.
Besonders skurril war die Situation, dass Polizisten den lokalgebrannten Schnaps hoechstpersoenlich an die Gaeste verteilten. Wir spendierten mehrere Liter, die bruederlich in herumgereichten Tassen verteilt wurden. 









Mission II 
Zur Erholung feiern wir heute in Fort Dauphin weiter. Aber auch, weil uns 2 weitere Volontaere verlassen. Dann bleiben noch 2 Wochen fuer den zweiten Teil des Projekts. Wir werden in einem kleinen Nachbardorf fuer etwa 20 Familien "engergie sparende Holzöfen" bauen. Im Detail: Zebu-Pooh wird mit Lehm und Sand zu Ziegeln geformt und getrocknet.

Wer interessiert ist an einem Bericht aus anderer Perspektive, kann gerne den englischen Bericht meiner australischen Reisepartnerin Jacinta lesen

Bis bald. Hoffe, ihr seid alle so gesund wie ich!? Habe mich bisher als einzige tapfer geschlagen ;)

Freitag, Februar 03, 2012

Neues aus dem Dschungelcamp

Nach 22 Tagen zurueck in der Stadt.
Erst habe ich die Tage gezaehlt, wie lange ich schon durchgehalten habe. Dann haben wir die Tage gezaehlt, bis wir die Buschparty feiern, bis "DER Neue" kommt, bis wir zurueck in die Stadtfahren, um wieder kaltes Bier am Strand zu trinken und uns in der Outdoordusche mit fliessendem klaren Wasser zu duschen und auf eine Toilette mit Spuelung ...
Doch eigentlich finden wir es auf unserer Baustelle so herrlich, dass wir schon mit einem weinenden Auge an den Abschied denken muessen.
Fuer mich sind mittlerweile 28 von 70 Pioneertagen verstrichen und so schoen wie auch alles ist, freue ich mich schon riesig auf die anschliessende Reise.

Es ist schon eigenartig, wie sich die Stadt fuer unser Empfinden veraendert hat. Ploetzlich sehen wir alles mit ganz anderen Augen. Was bei unserer Ankunft noch so wahnsinnig "basic" erschien, wurde im "bush" getoppt! Nun freuen wir uns sogar darueber endlich wieder auf Plastikstuehlen mit Rueckenlehne zu sitzen statt auf harten Holzbaenken.
Bei unserer Ankunft war das Wetter etwas trueb. Nun erstrahlt alles farbenfroh im Sonnenschein.
Wir haben wieder Luxusprobleme:
Das Internetcafe hat von 11 bis 14 Uhr Mittagspause und Sonntags geschlossen.
2 der Geldautomaten funktionioeren nicht und der 3. ist leer, nachdem ein anderer "Pioneer" ca 70 Euro abgehoben hat. So muessen wir untereinander Geld leihen, um endlich wieder ordentlich kaltes Bier am Strand zu geniessen ;)  Ach, das Leben kann so grausam sein...
Heute werden WIR mal zur Abwechslung fuer die Guides kochen. Deshalb muss ich gleich wieder zum Camp zurueckeilen. Waehrend ich hier sitze, haben die anderen alles auf dem Markt einkauft - hoffe ich ...
Morgen machen wir einen Ganztagesausflug, Sonntag ist das Internetcafe geschlossen und Montag gehts wieder bis zum 27.Feb. in den "Bush".
Daher wollte ich hier noch schnell einen typischen Tag im beschreiben.

Ein typischer Pioneers-Tag
06:30 a.m.
Ausgeschlafen nach 9 Stunden Schlaf ? Nein, nicht wirklich. Ich koennt noch stundenlang liegenbleiben, denn draussen wartet ein grauer Regentag.
Ausserdem tobte heut nacht ein maechtiger Sturm, samt tropischem Regen. Ich bin eigentlich nur aufgewacht, weil es ploetzlich so still war. Habe die ganze Nacht damit gerechnet, dass meine Isomatte zum Wasserbett wird. Aber mein kleines Zeltchen hat tapfer durchgehalten.

Eigentlich rechne ich nicht damit , dass heute gearbeitet wird. Ich riskiere einen Blick aus meinem kleinen Zelt und sehe, dass die anderen schon schnurstraks zum Fruehstueck marschieren.
"Wow", denke ich , "ich sollte dringend an meiner Arbeitsmoral arbeiten... das ist nicht die feine deutsche Art" und schwinge mich schnell in meine Arbeitsklamotten. Springe aus dem Zelt, rasch an der Latrine vorbei. Mist, mein Klopapier vergessen - man weiss nie, ob die anderen noch 2 Blatt fuer den naechsten zurueckgelassen haben ;)

Als ich zurueckkomme, stehe ich vor einem Zebukarren (Zebu ist die typische afrikanische Rinderart). Damit wir gleich mit der Arbeit starten koennen, wurde neuer Sand angeliefert. Das scheint schon mind. die 3. Ladung heut morgen zu sein. Die Zebukarren sind so lautlos dass ich wohl im Schlaf nichts mitbekommen habe. Dabei faellt mir auf, dass ich auch schon seitdem wir hier sind, nicht mehr von Verkehrlaerm oder -gestank mitbekommen habe.

Frühstück
07:00 a.m.
Das Frueckstueck steht bereit. Es gibt eine Art Milchreis - nur dass Wasser statt Milch verwendet wurde - Kaffee, Tee, 2 Gebaeckarten die aus einer Blumenart hergestellt wueden und eine Banane. Anfangs fand ichs im Vergleich zu Baguette mit Banana ganz koestlich. Doch nach 11 Tagen habe ich dann doch zu meinem Doc-Morris-Nahrungsergaenzungs-Vanillepulver mit saemtlichen Vitaminen gegriffen.



"Rock Weaving" wir puzzeln das Fundament
08:00 a.m.
Die Arbeit ruft. Heute heisst es liebevoll "Rock Weaving". Das Fundament der Schule besteht aus einem Puzzel von wunderschoenen Natursteinbrocken, die spaeter mit Zement uebergossen werden.
Eigentlich ist nur noch eine kleine Luecke zu schliessen. Aber leider sind die Steine aufgebraucht und muessen von einem Ministeinbruch etwa 100m entfernt transportiert werden.



Typischer Arbeiterlook
Die 3 Schubkarren sind seit gestern jedoch zerbrochen und daher nicht mehr einsatzbereit. Wir bilden daher eine "Human-Chain" und transportieren von Mann zu Mann die Steine aus der Grube in das Schulgebaeude.

Wir freuen und tatsaechlich, endlich wieder zu arbeiten. Die letzten Tage waren so verregnet, dass wir sie genutzt haben, um den Schulunterricht vorzubereiten.
Froehlich schwitzend schleppen wir die Steine vor uns her. Trotz Nieselregen. Der ist dann eigentlich doch ganz angenehm und traegt zum typischen "Arbeiterlook" bei:  Eine klebrige Schickt aus Moskitorepellent,Sonnencreme LSF 50, Lehm und Schweiss.
Mein Shirt ist noch relativ sauber. Irgendwie schaffe ich es, die Steine VOR mir her zu tragen. Die anderen haben schon lustige Lehmmuster am Bauch und Huefte.

Doch wen stoerts? In der Mittagspause kann alles antrocknen ;)
Um 11:00 a.m. haben wir erstmal Malagasy-Unterricht.
Um 12:00 a.m. gibts Lunch.
Um 01:00 p.m. unterrichten wir das Construction Team in Englisch.
Um 02:00 p.m. gehts weiter. Nun wird der angelieferte Sand mit Zement und Wasser in einer Grube per Manpower zu fundamenttauglicher Masse verarbeitet und gleichmaessig ueber unser Steinpuzzel verteilt.

Ja, so sieht es aus, mein Leben auf der Baustelle. Wer haette gedacht, dass es gluecklich macht?

"Kühles-16°C"-Afterwork-Bierchen
im Schatten von Sue's Zelt
Um 04:00 p.m. ist meist Feierabend. Meist ist dann noch herrlicher Sonnenschein und wir treffen und entweder am Brunnen, um die Klamotten durch zu waschen oder auf unseren Strohmatten im Schatten.
Dort nutzen wird die Zeit - bis es um 07:00 p.m. Dinner gibt - zum Quatschen, Lesen, Musik hoeren und natuerlich duschen.






Ich pumpe Wasser für's abendliche "Dusch"vergnügen.
Im Hintergrund könnt ihr die Kabinen erkennen
Das Duschen ist auch erwaehnenswert anders: "bucket shower" funktioniert folgendermassen: wir pumpen am brunnen Wasser in unseren Eimer. Eine halbierte Plastikwasserflasche dient als Schoepfkelle. Das Wasser mueffelt und ist etwas braenlich. Wer haette gedacht, dass man sich danach dann doch sauberer fuehlt?





Hungrig stuerzen wir uns dann aufs Dinner. Im Wechels gibt es - jeweils mit Reis - 5 verschiedene Bohnenarten bzw Linsen, 1x/Woche Huhn, Zebu, Karotten- oder Kuerbisgemuese.
Das ganze werten wir dann mit mitgebrachtem Curry- oder ChiliConCarnePulver auf. Delicious - nach so einem Tag ;)
Auch ein warmes Bier haben wir uns redlich verdient! Dank "wet-sock-Technik" koennen wir die Temperatur um mind. 2 Grad reduzieren. Eine Stunde vorher haben wir eine Flasche Bier in einen nassen Socken gesteckt und vom Wind kuehlen lassen - Not macht eben erfinderisch ;)

Gluecklich und tot muede fallen wir um ca 8 p.m. in unsere Zelte und freuen uns auf den naechsten Tag.


Glueckliche Momente
Es ist schon was besonderes, zu begreifen, ueber welche Kleinigkeiten wir uns ploetzlich freuen.
Z.B. Wenn mal wieder ein kleines Kind Ananas gesammelt hat und sie uns fuer ca 30 Cent/Stuezck verkauft. Es gibt im Dorf zur kleine Shops, aber eben nicht jeden Tag die Fruechte, nach denen man sich so sehr sehnt.

Oder
Welche Freunde, als ich in meinem Gepaeck nach 2 Wochen eine Packung Studentenfutter mit Schokostuecken fand. Mittlerweile war alles zu einem dicken Klumpen verschmolzen. Den haben wir bruederlich geteilt. ... und getraeumt, was wir alles als erstes in der Stadt oder wieder zurueck in der Heimat essen werden.

Oder
Tinahi, in charge of the Solar-
Panel-Station
Unsere iPods laden wir per Solarpanel auf. Doch eigentlich ist es viel schoener, mit den Guides zu singen oder eine JamSession zu starten. Jede freie Minute greifen wir zu Gitarre, Jambee oder unsere Arbeitseimer werden kurzfristig zu Trommel oder Rasseln umfunktioniert.

Oder
Beim Wasserpumpen springt ein kleiner grasgruener Frosch mit in den Eimer.










Oder
"Hello"-Begruessung per Faustschlag
Wir spazieren an unserem freien Tag durchs Dorf und von weitem winken uns schon die vielen bunt gekleideten Kinder.
In den ersten Tagen haben sie nur "Vazah" (Hallo Fremder) gerufen. Seit unserer Unterrichtsstunde hoert man sie schon von weitem unsere Namen tuscheln. Ich dachte immer, mein Name sei schwierig zu merken. Doch mich haben sie zuerst per Namen gerufen bzw wiedererkannt.
Besonders gern posen sie, damit wir fleissig Fotos machen. Dann wollen sie die Displays checken und fangen laut an zu quietschen vor Freude, dass sie sich wiedererkennen.... wirklich herzergreifend, solche Momente.





Dienstag, Januar 10, 2012

Salama aus der Ferne

Ich starte diesen Eintrag mal so, wie fast alle meine Mails ... ein dickes Sorry, dass ich sooo lange kein Update geliefert habe.
Ehrlich gesagt, ist der Hauptgrund, dass vor Abreise wohl wichtiger war, Freunde und Familie persoenlich zu treffen, statt die ganze Welt darueber zu informieren, wie aufgeregt ich war.
Obwohl ich schon so viel gereist bin, habe ich mich doch wegen vieler Details verrueckt gemacht, die nun gar nicht mehr von Bedeutung zu sein scheinen.

die grüne Tür links - das ist das Internetcafe
Ich weiss gar nicht, wo ich meinen Bericht starten soll, denn hinter mir wurde grade die Tuer geschlossen, weil puenktlich um 12 Uhr das Internetcafe geschlossen wird. Am Wochenende hatte ich auch keine Chance, weil samtliche Geschaefte geschlossen waren und heute war es schwierig, ueberhaupt einen Platz im Internetcafe zu ergattern.
Heute regnet es heftig - da ist wohl Emailing die Hauptbeschaeftigung in Fort Dauphin.


Der Flug mit Air France war verdammt entspannt und kurzweilig. Vermutlich, weil ich immer wieder eingeschlafen bin. Ich habe das Rucksackpacken so lange vor mir hergeschoben, dass es fast zu spaet war. Aber die Entscheidung, ob ich das gelbe olle Tshirt zum Arbeiten einpacke oder lieber das rote alte, war verdammt schwierig. Denn 70 Liter Volumen zu packen, inkl. Zelt, Luftmatratze, Schlafsack, Medizin, Nahrungsergaenzungspulver und Gewuerzen, um Reis und Bohnen in 10 Wochen ein wenig abwechslungsreich zu gestalten, und einem gefuehlt-leer-gekauften Outdoorshop, ist verdammt schwierig.
Zum Glueck standen mir meine besten Freundinnen beratend zur Seite. Um 2 Uhr morgens war der Sack zum Platzen gefuellt und um 4 Uhr musste ich schon wieder aufstehen.
Den Flug puenktlich zu erwischen und 20kg Gepaeck nicht zu ueberschreiten, war wohl meine groesste Sorge. Kaum ist die Maschine abgehoben, fuehlte ich mich so entspannt wie lange nicht mehr :)

In der Hauptstadt Madagascars "Antananarivo" gelandet, treffe ich in der Warteschlange am Zoll auch schon reinzufaellig Sheila. Sie arbeitet bei Azafady in der Conservationgruppe - Ich bin im Pioneer Programm.

Wir nehmen zusammen ein Taxi zu dem netten Hotel (http://manoirrouge.com/ unter dem Navipunkt "Reise" zu finden).
Das Hotel ist so entzueckend wie erwartet. Morgens beim Fruehstueck treffe ich dort die 5 anderen Pioneere aus meiner Gruppe. Sie kommen aus UK (Jay ,Sue und Olivia), Kanada (Jeremy) und Australien (Jacinta). Bis zum Abflug in den Sueden nach Fort Dauphin haben wir noch etwas Zeit. Wir erkunden die kleine Gartenoase und entdecken 2 wunderhuebsche Chamelaeons. Auch die 20 Meerschweinchen  und 10 Babyschildkroeten sorgen fuer Begeisterung.

Der Flug mit der kleinen Air Madagascar Propellermaschine nach Fort Dauphin dauert 1.40 Stunden.
Wir verlassen das Flughafengebaeude und sind in einer komplett anderen Welt.
Draussen spielen Kinder und begruessen uns. Tsina und 2 Guides begruessen uns herzlich. Die Fahrt zum Azafadycamp in Fort Dauphin-Lanirano ist sehr heiter. Ihre gute Laune, lustige Musikvideos auf einem kleinen DVDPlayer, Schlangenlinienfahrt um die zahlreichen Schlagloecher, stecken an.
Ich teile meine restliche mitgebrachte Weihnachts-Ingwer-Schokolade mit den Guides und stelle fest, dass es gluecklicher macht, deren strahlende Augen zu sehen, statt sie selbst zu essen.

Das kleine gruene Zelt ist meins ;)
Dann heisst es "schnell Zelte aufbauen", denn um 7 p.m. wird es dunkel. Ausserdem gibt es eine kleine Welcome-Party mit allen Guides und Staff, warmem Bier, Limo, Rum und vorzueglichen frittierten Leckerein.Doch um etwa 9.30 p.m. ist der Spass vorbei, dann ist Schlafenszeit. Morgen frueh um 6a.m. heissts Aufstehen und fertig machen.
Es gibt viel zu tun: Jeden Morgen von 7-8.30 a.m. gibts Fruestueck und Malagasy-Unterricht, damit wir unser Bier demnaechst allein bestellen koennen :) ... nein, im Ernst: Ziel ist es, dass wir wenigstens ein wenig mit den Einheimischen sprechen koennen und uns mehr integrieren; als es bei gewoehnlichen Reisen ueblich ist. Ausserdem lernen wir in den ersten Tagen viel ueber die Arbeit von Azafady und unsere Arbeit vor Ort.
Damit wir uns richtig einleben, erkunden wir in Begleitung der Guides die Stadt.Erst am Mittwoch wird es "richtig ernst und noch mehr basic", dann gehts in den "Busch".

Das fruehe Aufstehen ist gar kein Problem, denn der Hahn kraeht mehrmals laut genug. Nur das Einschlafen in der ersten Nacht war nicht so leicht: Erstens war es zu frueh fuer meine Verhaeltnisse und zweitens zu heiss.

Eine frische "Outdoor"Dusche, leckeres Baguette und die netten Leute sorgen morgens fuer den noetigen Schwung in den Tag.


Fort Dauphin ist eine Stunde Fussmarsch ueber den sandigen Weg vom Camp Lanirano entfernt. Obwohl ich schon so viel gereist bin und so viele Doerfer gesehen habe, ist diese Stadt doch ganz anders. Ich bin schwer beeindruckt und wuerde am liebsten alle Menschen fotografieren. Aber ich lasse meine Kamera im Rucksack und schaue mir erstmal alles an.
Es ist schwierig, die richtigen Worte zu finden, um die ersten Eindruecke zu beschreiben: Alles ist zwar einfach, wirkt aber keineswegs beaengstigend oder unfreundlich.

Die ersten Tage haben wir wunderbar nutzen koennen, um uns - immer in Begleitung der Guides - einzuleben: Wir besuchten einen kleinen Park, in dem wir schon 5 verschiedene Lemurarten entdeckt haben.



Am naechsten Tag haben wir fuer einige Stunden etwas zur Wiederaufforstung beigetragen ... wer haette gedacht, dass das nicht bedeutet, junge Baeume zu pflanzen, sondern, dass allem voran das "shitpacking" steht. Wir haben 401 kleine schwarze Plastiktueten mit einem Erdgemisch gefuellt.
In einem weiteren Arbeitsschritt werden dann die Baumsamen dort hineingesetzt. Ihr koennt euch ausrechnen, wie gross die "Waldflaeche" wird, wenn jeder Baum spaeter im Abstand von 6 Metern stehen soll :) Die Wideraufforstung ist sehr wichtig, weil das Holz von den Einheimischen als Baumaterial und Feuerholz gebraucht wird. Allein Ft. Dauphin braucht 150 Tonnen pro Monat.



Der Sonntag war ein typischer Sonntag: Faulenzen an 2 unterschiedlichen Strandbuchten mit Bier und Sunset in einer Strandbar namens "Freedom".
Da wir hier die einzigen Touristen zu sein scheinen, stuerzten sich 3 suesse kleine Maedchen gleich auf uns, um Armreifen und andere kleine Souvenirs zu verkaufen. Wie ich herausgefunden habe, sind die Armreifen hier ein typischer Maennerschmuck :)  Schmuck kann ich leider die naechsten Wochen sowieso nicht gebrauchen. Die suessen Maedchen blieben trotzdem neben meinem Handtuch sitzen. Ich habe das "Spiel" umgedreht und ihnen etwas von mir gezeigt: Zufaellig hatte ich mein Tagebuch dabei und konnte Bilder von meinen Eltern und Freunden zeigen. Irgendwann kam noch die ihre Mutter hinzu. Sie bot sich an, uns zu massieren. Aber Nein, auch daran hatten wir kein  Interesse. Doch dann, endlich kamen nette Maenner den Strand entlang, die wussten, was wir wollen: Sie hatten frische Austern in ihren Koerben und haben sie direkt fuer uns geoeffnet - lecker salzig :)

Zum Abendessen wartete wieder eine typische Reis und Bohnen-Mischung auf uns.Es ist zwar noch keine Woche vergangen, aber ich habe erstaunlicherweise das Gefuehl, dass ich mich daran gut gewoehnen kann.

Ich stuerze mich jetzt mal wieder ins "Stadtleben" und erledige noch ein paar Dinge, bevor es morgen in den Busch geht :)

Warme Sommerregengruesse nach Deutschland und just in case _ ich habe eine Handynummer und werde es auch von zeit zu zeit mal einschalten +261 347682280

Am 2 und 27 feb bin ich wieder online und kann dann berichten, wie es im "Busch" war.

Veloma!

Donnerstag, Dezember 15, 2011

... und wieder gespart ...

Juhuuu, meine Krankenkasse übernimmt die Impfkosten:
"als Satzungsleistung übernimmt die BERGISCHE Krankenkasse Reiseimpfungen, wenn der Auslandsaufenthalt nicht beruflich bedingt ist.
Für Madagaskar empfiehlt das Robert-Koch-Institut Impfungen gegen Hepatitis A und B, Tollwut, Typhus und eine Malariaprophylaxe. Die Kosten für diese Impfungen erstatten wir Ihnen, wenn Sie die Originalrechnungen, unter Angabe Ihrer Bankverbindung und des Reiselandes hier einreichen."
Ist doch eigentlich für jeden Reisenden interessant. Ich glaube, ich habe es bisher immer brav selbst bezahlt ;(

Sonntag, Dezember 11, 2011

Dienstag, Dezember 06, 2011

Glück gehabt!

Mein Doktor rief mich heute morgen an und gab Entwarnung: Ich muss keine weiteren Tollwutimpfungen vornehmen lassen!

Scheinbar gibt es unterschiedliche Wirkstoffe und bei dem mir verabreichten war eine Impfung ausreichend.
Und ich hatte schon die Befürchtung 3x 177 € zahlen zu müssen (siehe Eintrag "2 Steps weiter!"). Gut, dass ich so beharrlich nachgefragt habe, ob die Impfung wirklich so teuer ist.
Letztenendes war es dann beim Hausarzt zum Glück doch nicht teurer als beim Gesundheitsamt.

Was mach ich jetzt bloß mit dem gesparten Geld: Mit Freunden auf dem Weihnachtsmarkt vergnügen oder doch lieber ne gemütliche Isomatte kaufen ... ?

Final Countdown ... noch 1 Monat bis zum Start

Ich werd' verrückt: In genau einem Monat geht's schon los!
Und ein Monat ist doch so schon immer viel zu kurz ... und jetzt gibt's noch sooo viele Feiertage, die die Zeit bis dahin gefühlt verkürzen.

Eine Spende ist übrigens nur noch bis zum 24.12.2011 möglich:
Leider muß ich mein Fundraisingziel bis Weihnachten erfüllt haben. Daher würde ich mich sehr freuen, wenn der eine oder andere über meine Charityseite
http://www.bmycharity.com/jasmingoesazafady
noch eine "Gute Tat" tut.... Meine Co-Pioneers aus UK haben das Konto schon fast voll ;)

Vielleicht sollte ich mich wie Aloe Blacc in die Fußgängerzone stellen und singen:
http://grooveshark.com/s/I+Need+A+Dollar/3HQu31?src=5